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Schaltung Einstellen

  Schaltung einstellen am Mountainbike und Rennrad

 

Wer viel mit dem Fahrrad unterwegs ist weiß, wie wichtig eine gut eingestellte Schaltung ist. Nicht nur der Komfort leidet bei einer nicht optimal eingestellten Schaltung. Es kann auch gefährlich werden, wenn etwa die Fahrradkette  bei voller Fahrt oder am Berg plötzlich durchrutscht. Für die Einstellung der Schaltung (umgangssprachlich auch: Fahrrad einstellen) muss man aber nicht unbedingt jedes Mal eine Werkstatt aufsuchen. Mit ein bisschen Übung und ein wenig Geschick kannst du die Schaltung deines Rennrad oder Mountainbikes auch selbst einstellen. Zwar ist anfangs sicher etwas Geduld erforderlich, bis man seine Schaltung korrekt eingestellt hat, aber mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür. Wenn erst einmal die Handgriffe richtig sitzen, ist die Einstellung oft nur noch eine Sache von Minuten. Voraussetzung für eine gut funktionierende Schaltung ist die richtige Montage der Zughüllen.

 

 

Unterschiede der Schaltung bei Rennrad und Mountainbike

Die Hauptunterschiede zwischen Schaltungen für Rennrad und Bike liegen in den unterschiedlichen Übersetzungen und in der Robustheit der Fahrradteile Im Vergleich zu Rennradschaltungen haben Schaltungen von Mountainbikes eine kleinere Übersetzung, da hier der Schwerpunkt nicht darauf liegt, besonders hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Mountainbike-Schaltungen sind vielmehr darauf ausgerichtet, auch steile Anstiege gut bewältigen zu können. Da sie auch im Gelände und unter anspruchsvollen Bedingungen funktionieren müssen, sind hier die Komponenten, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, etwas robuster gestaltet als beim Rennrad. Bei Rennrädern kommt es hingegen vornehmlich auf Geschwindigkeit an. Die Schaltungen sind hier daher etwas filigraner und leichter gestaltet und es kommen größere Kettenblätter zum Einsatz. Vom technischen Grundprinzip her sind Kettenschaltungen bei Rennrad und Mountainbike jedoch gleich aufgebaut und lassen sich daher auf die gleiche Weise einstellen.

 

 

Fahrrad einstellen oder Schaltung einstellen – Das solltet ihr vorher prüfen

Bevor du dich an die Einstellung der Schaltung – oder dem Fahrrad einstellen – machst, gilt es zunächst, ein Paar Dinge zu kontrollieren. So solltest du darauf achten, dass das Hinterrad einen festen Sitz und kein Spiel in der Achse hat.  Auch das Schaltwerk muss fest am Schaltauge sitzen. Kontrollieren sollte man ebenso den Schaltzug und die Klemmschraube.  Vor Einstellung der Schaltung solltest du unbedingt prüfen, ob das Schaltwerk nicht verbogen ist. Selbst bei einem nur leichtverbogenen Schaltauge oder Schaltwerk empfiehlt sich unter Umständen ein Werkstattbesuch. Ob das Schaltwerk intakt ist, zeigt ein Blick von hinten. Die beiden Schaltrollen müssen genau übereinander liegen, sodass die Kette von der Spannrolle zur Führungsrolle ganz gerade läuft. Ausnahmen sind Campagnolo Weitbereichs-Schaltwerke. Bei diesen liegt die untere Schaltrolle etwas weiter außen als die obere. Auch die Kette sollte im Vorfeld, am besten mit einer Kettenlehre, geprüft werden. Im Prinzip lassen sich Schaltungen aller Hersteller auf die gleiche Weise einstellen, wobei sich Positionierung und Beschriftung der Anschlagschrauben jedoch unterscheiden. So befinden sich die Anschlagschrauben bei Schaltungen von SRAM im Gegensatz zu Shimano Schaltungen an der Seite. Die Bezeichnungen für Schrauben an Umwerfer und Schaltwerk sind meist genau entgegengesetzt. Die Schrauben bei Campagnolo-Schaltungen sind meist nicht wie andere mit H und L beschriftet. Hier ist die hintere Schraube für das große Ritzel und die vordere für das kleine Ritzel zuständig.

Schaltwerk einstellen

Um einer schleifenden Fahrradkette beizukommen, solltest du zunächst den Arbeitsbereich des Schaltwerks festlegen. Dabei löst ihr den Seilzug am Schaltwerk. Jetzt wird das obere Schaltröllchen mittels der entsprechenden Schraube (2) so justiert, dass es sich genau unter dem kleinsten Ritzel befindet. Nun auf das größte Kettenblatt und das kleinste Ritzel schalten und prüfen, ob beide Schaltrollen senkrecht übereinander stehen. Ist das nicht der Fall, muss die Kettenlänge entsprechend angepasst werden. Anschließend wird die Zugspannung reguliert. Dazu den kleinsten Gang einlegen und die Nachspannschraube (unter 1) etwas lösen. Dabei solltest du darauf achten, dass der Schaltzug genau in der Nut der Klemmschraube liegt. Nun den Schaltzug mit Hand spannen und festziehen. Jetzt kann getestet werden, ob schon reibungslos geschaltet werden kann. Springt die Kette zu schnell nach oben, muss die Zugspannung etwas gelockert werden, springt sie nicht richtig auf größere Ritzel, muss die Spannung mit der Nachspannschraube leicht erhöht werden. Danach wird mithilfe der Vorspannschraube (3) eingestellt, wie eng die Fahrradkette am Zahnkranz anliegt. Hier gilt im Grunde: je enger, desto besser. Allerdings darf das obere Schaltröllchen nicht auf dem Zahnkranz aufliegen.

Jetzt kann der Arbeitsbereich des Zahnkranzes zu den Speichen hin eingestellt werden. Dazu die entsprechende Schraube (1) so weit drehen, dass das obere Schaltröllchen senkrecht zum größten Ritzel steht.

Invers Schaltwerk wie Shimano XT oder XTR verbaut? Bei Invers Schaltwerken müsst ihr genau spiegelverkehrt denken, da mehr Zugspannung die Fahrradkette auf das nächst kleinere Ritzel schaltet anstatt auf das Größere. Deshalb muss man hier mit dem größten Ritzel starten und dort den Einstellbereich zuerst festlegen. Kein Nachspannschraube vorhanden? Bei neuerenSchaltwerkModellen ist die Nachspannschraube nicht mehr vorhanden. In diesem Fall müsst ihr die entsprechende Schraube mal Schalthebel analog bedienen.

Jetzt geht es an die Einstellung des Umwerfers. Sein äußeres Leitblech muss ungefähr zwei Millimeter über dem größten Kettenblatt stehen, wobei beide Leitbleche parallel zu den Kettenblättern ausgerichtet werden.
Nun muss der Arbeitsbereich festgelegt werden. Dazu aufs größte Ritzel schalten und den Umwerfer mit der entsprechenden Schraube (1) so einstellen, dass die Kette nicht am Leitblech schleift. Anschließend aufs kleinste Ritzel schalten und mit der anderen Schraube (2) den Umwerfer so justieren, dass die Kette gerade eben am äußeren Leitblech vorbei läuft. Nach dem Einstellen solltest du immer eine kurze Testfahrt unternehmen um herauszufinden, ob die Schaltung tatsächlich reibungslos arbeitet. Schließlich sind die Bedingungen in der Garage nicht unbedingt mit denen auf der Straße zu vergleichen.
Gerade bei Kompakt Kurbeln ist die perfekte Einstellung des Umwerfers gar nicht so einfach. Da entscheiden wenige Millimeter über Erfolg und Misserfolg. Bei verschiedenen Umwerfern ist die Schraubenanordnung teilweise unterschiedlich.

 

Jetzt wollt ihr wahrscheinlich nur noch wissen woran ihr die verschiedenen Umwerfer Typen erkennen könnt.

  • Downswing: Schaltzug kommt von unten
  • Topswing: Schaltzug kommt von oben
  • E-Type: Umwerfer sitzt am Tretlager / Innenlager (außen liegende Lagerschalen)
  • Ultegra/Dura Ace/105: Umwerferschelle oder Anlötsockel sitzt oberhalb vom Umwerfergelenk

 

 

 


 

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